Marielyst ist nicht der älteste Ort auf Falster, aber der bestbesuchte – und das hat
einen sehr konkreten Anfangspunkt: 1897. Damals eröffnete das
Hotel Marielyst, und die kupferbeschlagenen Direktoren-Villen aus Kopenhagen
begannen, südlich von Væggerløse Wochenenden am Meer zu verbringen. Aus
Sommerfrische wurde Sommerort, aus Sommerort wurde Dänemarks
feriehusland: heute stehen über 7.000 Ferienhäuser
zwischen Dünen und Kiefern – mehr als irgendwo sonst in Dänemark.
Du merkst Marielyst zuerst am Sand: weiß, fein, fast pudrig. Der
Salzgehalt der Ostsee liegt hier bei nur 8,53 ‰ – Nordsee-Sole
ist mehr als doppelt so salzig. Heißt: das Wasser fühlt sich weicher an, brennt nicht
in den Augen, und die Haut juckt nach dem Baden nicht. Praktisch, wenn die
Kinder fünfmal am Tag rein und raus hüpfen.
Im Hochsommer trifft die 800-Einwohner-Routine auf bis zu
55.000 Urlauber: am Marielyst Torv tropft das Eis, der Holzsteg
knirscht, jede Eisdielen-Schlange ist 20 Meter lang. Im November dagegen pfeift
der Westwind über leere Dünen, die Ferienhäuser schlafen, und du gehst zehn Minuten,
bevor dir der nächste Mensch entgegenkommt. Beides ist Marielyst – und beides hat
seinen Wert.