Steindolmen im Buchenwald. Ein Goldring aus dem 5. Jahrhundert. Eine Wikinger-Werft am Fluss. Auf Falster liegt die Vorgeschichte oft nur einen Spaziergang entfernt.
Geh durch den Wald bei Halskov Vænge im Nordosten der Insel. Zwischen den Buchen stehen graue Findlinge im Kreis – ein Steindolmen aus der Jungsteinzeit, gut 5.000 Jahre alt. Auf 2,4 Kilometern Wanderweg liegen hier 78 Bodendenkmäler: 6 Steindolmen und 72 Grabhügel. So dicht findest du das in Dänemark selten.
Falster ist seit der Steinzeit besiedelt – die Knowledge-Base-Funde reichen bis etwa 5400 v. Chr. zurück. 2024 legten Archäologen bei Eskilstrup eine rund 5.000 Jahre alte Siedlung frei. Dazwischen liegen Bronzelure, ein goldener Halsring aus dem 5. Jahrhundert und eine Wikinger-Schiffswerft bei Fribrødreå.
Das Schöne daran: Du brauchst kein Museum, um das zu sehen. Vieles steht frei zugänglich im Wald oder liegt nach einem Sturm am Strand. Wir zeigen dir, wo – und worauf du achten solltest, damit Funde dort bleiben, wo sie hingehören.
Von der Steinzeit bis zur Wikingerzeit – Falster gibt seine Geheimnisse preis
6 Steindolmen und 72 Grabhügel auf engem Raum – zusammen 78 Bodendenkmäler. Die größten Decksteine bringen viele Tonnen auf die Waage, aufgeschichtet um 3500 v. Chr., lange vor jedem Metallwerkzeug.
Meterhohe Muschelhaufen – die „Küchenabfälle" der ersten Fischer- und Sammlerkulturen. Aus den Austern- und Herzmuschelschalen lesen Archäologen heute, was vor über 6.000 Jahren auf dem Speiseplan stand.
Geschwungene Bronzeblasinstrumente aus der Zeit um 1100–900 v. Chr. Die Lure wurden paarweise gegossen und klingen bis heute – ein Beleg für das handwerkliche Können der Bronzezeit auf Falster.
Im Hannenov-Wald, unweit von Falsters Virke, kam ein goldener Halsring aus dem 5. Jahrhundert ans Licht. Heute liegt er im Nationalmuseum in Kopenhagen – ein Zeichen, dass hier wohlhabende Familien lebten.
Bei Fribrødreå bauten und reparierten Wikinger ihre Schiffe – Holzteile, Nieten und Werkzeug haben sich im feuchten Boden erhalten. Einer der wenigen ausgegrabenen Schiffbauplätze der Wikingerzeit in Dänemark.
Kein Grabungsschein nötig: Nach Weststürmen spült die Ostsee Bernstein und versteinerte Seeigel an die Südstrände. Such am Spülsaum, dort wo Tang und kleine Steine liegen – Bernstein ist leichter, als er aussieht.
78 Bodendenkmäler auf 2,4 Kilometern Wanderweg, frei zugänglich
Die Steindolmen entstanden um 3500 v. Chr., zur Zeit der ersten Bauern in Dänemark. Nach dem Orkan von 1967 wuchs der Wald urwaldähnlich zu – heute stehen die Gräber zwischen umgestürzten Stämmen und Moos.
Die größten Decksteine wiegen mehrere Tonnen. Ohne Rad und ohne Metallwerkzeug bewegten die Menschen sie an ihren Platz und schichteten sie zu Grabkammern auf. Wie genau, ist bis heute nicht restlos geklärt.
1850 spazierte der Märchendichter durch genau diesen Wald. Ein 2,4 km langer Rundweg führt heute an den Denkmälern vorbei, mit Rasthaus und Grillplatz. Der Eintritt ist frei.
Komm im zeitigen Frühjahr oder spät im Herbst, wenn die Buchen kahl sind – dann siehst du die Steinsetzungen viel klarer als im dichten Sommerlaub. Halskov Vænge liegt im Nordosten der Insel nahe Hesnæs, rund 20 Auto-Minuten von Nykøbing Falster. Mehr zum Wald liest du auf unserer Seite zu Halskov Vænge und zum Eisenzeit-Wall Falsters Virke.
Bernstein, versteinerte Seeigel und einzelne Steine vom Strand darfst du behalten. Anders sieht es bei Bodenfunden aus: Münzen, Metall oder bearbeitete Objekte gelten in Dänemark als „Danefæ" und gehören dem Staat – melde sie beim Museum Lolland-Falster oder dem Nationalmuseum. Du bekommst in der Regel eine Finderprämie.
Ja. Der Wald ist frei zugänglich, der 2,4 km lange Rundweg führt an den Denkmälern vorbei. Eintritt frei, Rasthaus und Grillplatz sind vor Ort. Festes Schuhwerk lohnt sich, der Boden ist nach Regen weich.
Die empfindlichen Originale liegen im Nationalmuseum in Kopenhagen und im Museum Lolland-Falster in Nykøbing. Im Gelände siehst du die Fundorte und die Megalithgräber, die Schaustücke selbst hinter Glas im Museum.
Von Rostock nach Gedser bringt dich die Fähre in rund 2 Stunden auf die Insel. Von dort sind es nur ein paar Minuten bis zum ersten Steindolmen oder zum Spülsaum am Südstrand. Buch deine Überfahrt und leg los.
Bildnachweise: Hero und Steindolmen-Foto: Foto „Halskov Vænge Langdysse" von Praeceptor, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.