13 Kilometer Erdwall quer durch die Insel. Gebaut im 12. Jahrhundert, um Falster vor Feinden zu schützen. Eine architektonische Meisterleistung.
Stell dir vor: Du fährst mit dem Rad durch die Wälder bei Horbelev. Links und rechts erheben sich mysteriöse Erdwälle zwischen den Bäumen. Keine natürlichen Hügel – zu gerade, zu gleichmäßig. Das ist Falsters Virke. Der Wall.
Um das Jahr 1100 herum geschah etwas Außergewöhnliches: Die Bewohner Falsters beschlossen, ihre gesamte Insel zu befestigen. Sie bauten einen gewaltigen Erdwall – 13 Kilometer lang, bis zu 7 Meter hoch, mit Palisaden bewehrt. Von Küste zu Küste.
Warum dieser gigantische Aufwand? Weil Falster reich war. Die Insel lag auf den wichtigsten Handelsrouten der Ostsee. Wikinger, Wenden, deutsche Fürsten – alle wollten ein Stück vom Kuchen. Der Wall sollte sie abhalten. Und das tat er – jahrhundertelang.
Heute wanderst du durch denselben Wald, radelst die gleichen Wege. Und plötzlich siehst du ihn: den Wall. 900 Jahre alt, aber noch immer da. Geschichte zum Anfassen.
Gebaut mit bloßen Händen, Schaufeln und Ochsenkarren. Tausende Kubikmeter Erde wurden bewegt – eine Leistung, die Respekt abnötigt. Ohne Maschinen, ohne moderne Werkzeuge. Nur Muskelkraft und Entschlossenheit.
Auf dem Erdwall standen hölzerne Palisaden – spitze Pfähle, die jeden Angreifer abschrecken sollten. Das Holz ist längst verrottet, aber archäologische Spuren zeigen, wo es stand.
Der Wall verläuft an der schmalsten Stelle Falsters – von der Ostsee im Osten bis zum Guldborgsund im Westen. Genial platziert, um mit minimalem Aufwand maximale Sicherheit zu bieten.
900 Jahre alt – und immer noch da. In den Wäldern bei Horbelev und Halskov kannst du die Wallreste sehen und anfassen. Ein Stück Geschichte, das die Jahrhunderte überdauert hat.
Der Wall hatte nur wenige befestigte Tore. Jeder, der Falster betreten wollte, musste durch diese Kontrollpunkte. Handel ja – unkontrollierter Zugang nein.
Falsters Virke ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke Dänemarks. Es zeigt, wie wichtig und wohlhabend die Insel im Mittelalter war – wichtig genug, um sie mit einem gewaltigen Wall zu schützen.
Von Rostock nach Gedser – die Fähre bringt dich in nur 2 Stunden zu einer Insel, die sich im Mittelalter mit einem 13 Kilometer langen Wall schützte. Geschichte, die du erwandern kannst.