Du stehst am südlichsten Punkt Dänemarks – und Skandinaviens. Vor dir nur Ostsee, hinter dir ganz Dänemark. Gedser Odde: windumtost, wild und wunderschön.
Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht – man erlebt sie. Gedser Odde ist so ein Ort. Die schmale Landzunge ragt wie ein Finger in die Ostsee, dort, wo Dänemark aufhört und nur noch Meer kommt. Bei 54°33'35" nördlicher Breite endet nicht nur Falster, sondern ganz Skandinavien. Der nächste Landstrich südlich? Das ist schon Deutschland.
Der Wind pfeift hier fast immer. Die Wellen brechen sich an den Steinen. In der Ferne leuchtet der weiße Turm des Gedser Fyr, des Leuchtturms, der seit 1802 Seefahrern den Weg weist. Und im Frühling und Herbst ist diese windige Ecke ein ornithologisches Wunder: Tausende Zugvögel rasten hier auf ihrer Reise zwischen Nord und Süd. Kraniche, Gänse, Singvögel – sie alle nutzen Gedser Odde als Zwischenstopp.
Südlichster Punkt Skandinaviens
Leuchtturm seit 1802
Durchschnitt 6-7 Windstärken
Tausende Zugvögel im Jahr
Gedser Odde liegt auf einer der wichtigsten europäischen Flugrouten für Zugvögel. Im Frühjahr kommen sie aus Afrika und dem Mittelmeerraum, im Herbst geht's zurück. Die schmale Landspitze ist der perfekte Orientierungspunkt – und Rastplatz.
Insider-Tipp: Früh morgens ist die beste Zeit für Vogelbeobachtung. Die Station Gedser Fuglestation dokumentiert seit Jahren die Zugbewegungen und bietet manchmal auch Führungen an.
Der Gedser Fyr ist nicht nur ein hübsches Fotomotiv – er ist ein Stück dänische Seefahrtsgeschichte. Seit 1802 weist er Schiffen den Weg durch die oft stürmische Ostsee. Der 24 Meter hohe weiße Turm ist weithin sichtbar und diente Generationen von Seeleuten als Orientierungspunkt.
Die strategische Lage am südlichsten Punkt Dänemarks machte Gedser Odde auch militärisch wichtig. Im Zweiten Weltkrieg wurden hier Bunker und Befestigungen angelegt, deren Reste heute noch zu sehen sind. Die Geschichte ist hier überall spürbar – vom Leuchtturm bis zu den windschiefen Grasbüscheln, die sich ans Leben klammern.
Wusstest du? Die Fähre Rostock-Gedser legt direkt in Gedser an, nur wenige Kilometer vom Odde entfernt. Du bist also schon da, wenn du von der Fähre kommst.
Am Odde ist es fast immer windig – selbst im Sommer. Eine Jacke gehört zur Grundausstattung, auch wenn die Sonne scheint.
Sonnenauf- und -untergang sind hier spektakulär. Die Weite der Ostsee, der Leuchtturm, das Licht – perfekt für Fotos.
Für Vogelbeobachtung unverzichtbar. Im Frühjahr und Herbst kannst du hier Arten sehen, die du sonst nie zu Gesicht bekommst.
März bis Mai und September bis November – wenn die Zugvögel kommen. Aber auch im Sommer lohnt sich der Ausflug.
Von Rostock nach Gedser – die Fähre legt direkt neben dem südlichsten Punkt Dänemarks an. Von dort sind es nur wenige Kilometer zum Gedser Odde. Pack deine Jacke ein und erlebe windige Schönheit.