Das nördliche Ende des Marielyst-Strands – derselbe puderweiße Sand wie im Zentrum, nur ohne Strandkörbe-Dichte und Eisbuden-Schlange. Bei Ostwind kommen Wellen.
Elkenøre ist genau genommen kein eigener Strand – sondern das nördlichste Stück des 20–25 km langen Marielyst-Strandzugs, am Übergang zum offeneren Küstenabschnitt vor Sildestrup und Bønnet. Derselbe puderweiße, feinkörnige Sand wie am Hauptstrand. Dasselbe flache, langsam abfallende Wasser. Was sich ändert, sobald du Richtung Norden gehst: die Strandkorb-Dichte fällt, die Eisbuden verschwinden, und ab etwa Höhe Elkenørevej hast du den Strand auf weiten Strecken für dich.
Wassertemperatur ist die gleiche wie 3 km weiter südlich in Marielyst: im Sommer im Schnitt 17,3 °C, Juli regelmäßig über 20 °C. Salzgehalt liegt in diesem Ostseeabschnitt bei nur 8,53 ‰ – etwa ein Viertel der Nordsee. Das Wasser fühlt sich weicher an, die Haut spannt nach dem Baden weniger, und gemeine Quallen sind hier selten. Gut für empfindliche Haut, gut für Kinderaugen.
Der eigentliche Unterschied zum Hauptstrand: Elkenøre liegt offener. Sobald aus Osten Wind drückt, kommen hier brauchbare Wellen an – nicht die Hawaii-Brecher, aber genug für SUP, für Wellenreiter und für den einen oder anderen Surfer mit Wetsuit. Die Strecke nördlich der Marielyst-Bebauung ist eine der wenigen Stellen an Falsters Ostküste, an denen die Brandung zuverlässig brandig wird.
Wer kein eigenes Brett dabei hat: in Marielyst gibt es im Sommer Verleihe für SUP und Bodyboards (frag im Marielyst Torv nach). Eine Surfschule direkt am Strand existiert aktuell nicht. Bei Nordost-Lagen ab Bft 4 sind die Bedingungen am verlässlichsten – sind aber auch die Tage, an denen am Hauptstrand nicht viel Strandurlaub stattfindet.
Gut zu wissen: Bei Westwind ist Elkenøre im Windschatten – ideal für Familien mit kleinen Kindern, die im Marielyst-Zentrum zwischen Volleyballnetzen und Strandbars keinen ruhigen Fleck finden. Auf Yr.no oder DMI vorher die Windrichtung checken: West = ruhig, Ost = Welle.
Die andere Sache, für die Elkenøre taugt: das Weg-vom-Auto-Erlebnis. Vom nördlichsten Strandzugang läufst du etwa 3 km am Spülsaum nach Süden, am Bohlenweg vorbei, an den ersten Strandkörben vorbei – und stehst irgendwann auf der Holzterrasse am Marielyst Torv. Im Sommer ein leichter Halbtag mit Eisstopp und Rückkehr. Im April mit Wind im Rücken eine 45-Minuten-Sturmwanderung.
Den Rückweg kann man parallel zur Düne über den Diget machen – den befestigten Deichweg, der hier oben weiter südlich verläuft und etwas Schutz vor Sand im Schuh bietet. Vorteil: andere Perspektive aufs Wasser, oft frischer Wind. Nachteil: weniger Sand-unter-den-Füßen-Romantik.
Ehrlich gesagt: Wer einmal kurz nach Falster fährt und einen klassischen Badetag will, ist im Marielyst-Zentrum besser aufgehoben. Hier oben gibt es keinen Strandkiosk, keine Eisbude, keinen Rettungsschwimmer und keine festen Toiletten direkt am Wasser. Du nimmst eine Wasserflasche mit, eine Decke, und im Zweifel den Klappstuhl. Wer mit Bollerwagen + Kinderwagen + Sonnenzelt anrückt, ist am Bohlenweg in Sildestrup oder direkt im Marielyst-Zentrum deutlich besser bedient.
Dafür hast du in Elkenøre die Sache, die der Hauptstrand im Juli und August einfach nicht bietet: Stille. Eine echte, kilometerweite, nicht-vom-Bluetooth-Lautsprecher-gestörte Ostseestille. Genau dafür kommen die Einheimischen aus Marielyst hierher – und genau dafür lohnt sich der Umweg.
Drei Zeitfenster, in denen Elkenøre seinen größten Vorteil ausspielt:
Anreise mit dem Auto: Scandlines Hybridfähre Rostock–Gedser, knapp 2 Stunden Überfahrt, bis zu 10 Abfahrten pro Tag. Von Gedser über die E55 und Marielystvej nach Marielyst – ab dem Marielyst-Zentrum noch 5 bis 8 Autominuten Richtung Norden, dann rechts ab Richtung Strand. Mehrere kleine Parkplätze entlang der Marielyst Strandvej; im Sommer kostenlos, im Hochsommer vor 11 Uhr da sein, sonst wird's eng. Mehr zur Strecke unter Fähre Rostock–Gedser.
Ohne Auto: Bus 740/742 fährt von Nykøbing Falster nach Marielyst Torv; ab dort sind es 35 bis 40 Minuten zu Fuß am Strand entlang nach Norden – oder mit dem geliehenen Fahrrad 10 Minuten über den Diget. Fahrradverleih gibt es u. a. in Marielyst Torv und am Family Camp.
Vom Marielyst Torv 5–8 Autominuten Richtung Norden, dann rechts Richtung Strand. Vom Gedser Fährhafen rund 25–30 Minuten über Marielystvej.
Parken: Kostenlose Stellplätze an den Strandzugängen Marielyst Strandvej / Elkenørevej.
Ostsee-Wellen sind launisch – die brauchbaren Tage erkennst du an Ost/Nordost ab Bft 4. Vorher Yr.no oder DMI prüfen, im Wetsuit ist die Saison ohnehin lang.
Im Winter SUP nur mit Trockenanzug und Begleitung – die Hauptsaison läuft Mai bis Oktober.
Nach Weststürmen früh am Morgen am Spülsaum entlangschauen: bei der richtigen Wetterlage liegen kleine Bernstein-Krümel zwischen Tang und Muscheln. Die größeren Funde gibt's weiter südlich in Gedesby, aber Elkenøre liefert genug für die Hosentasche.
Elkenøre liegt direkt an der Ostküste Falsters, nördlich von Marielyst Torv und südlich des Übergangs nach Sildestrup. Der Strand ist Teil derselben langen Sandbank und geht nach Süden nahtlos in den Marielyst-Strand über. Weitere ruhige Abschnitte findest du in unserem Strandführer – darunter die Bohlenweg-Variante in Sildestrup oder das Blaue-Flagge-Wasser am Bøtø Strand.
Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende
In rund zwei Stunden mit der Scandlines-Hybridfähre von Rostock nach Gedser – und etwa 30 Autominuten später stehst du an einem leeren Strandabschnitt mit Wind in den Ohren.
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