Bøtøskoven

153 Hektar Wald, Gebüsch und Weide hinter dem Bøtø Strand – und mittendrin grasen Konik-Wildpferde und Schottische Hochlandrinder frei das ganze Jahr. Kein gepflegter Forst, sondern ein Stück Wildnis, das sich selbst überlassen bleiben darf.

153 ha Naturwald Den Danske Naturfond
Wildpferde & Rinder Ganzjährig auf der Weide
Seltene Arten Schmetterlinge & Karmingimpel

Die meisten Wälder werden gepflegt: Bäume gepflanzt, Wege gemäht, Totholz weggeräumt. Der Bøtøskoven ist anders. Hier hat die dänische Naturstiftung Den Danske Naturfond 153 Hektar gekauft, um genau das eben nicht zu tun. Statt Forstwirtschaft gibt es Wildnis – und statt Maschinen sorgen Tiere dafür, dass die Landschaft offen bleibt.

Diese Tiere kannst du sehen. Konik-Wildpferde und Schottische Hochlandrinder leben hier ganzjährig auf der Fläche, im Sommer wie im Winter, ohne Stall. Sie fressen junge Triebe, treten den Boden auf, halten Lichtungen frei – und schaffen so ein Mosaik aus Wald, Gebüsch und Wiese, in dem viel mehr Arten Platz finden als in einem dunklen Fichtenforst. Naturschützer nennen das Ganzjahresbeweidung. Du nennst es vielleicht einfach: ein Wald, in dem etwas los ist.

Und damit gleich ein häufiger Irrtum aus dem Weg: Die Wildpferde grasen im Bøtøskoven selbst – nicht im benachbarten Bøtø Nor. Das Bøtø Nor ist das Vogelreservat ein Stück weiter nördlich, ein trockengelegter See mit Schilf und Aussichtstürmen. Beide Gebiete liegen nah beieinander, aber die Pferde gehören zum Wald.

Konik-Wildpferdstute mit ihrem Fohlen auf einer Weide – die robuste Rasse lebt ganzjährig im Freien
Konik-Wildpferde kommen ohne Stall durch den Winter – Stute und Fohlen gehören zur frei lebenden Herde. Foto: Roy van Wijk, CC BY 2.0, Wikimedia Commons.
Was hier lebt

Wer dir im Bøtøskoven begegnet

Der Wald ist klein genug, um ihn an einem Vormittag zu durchstreifen – und abwechslungsreich genug, dass sich das lohnt. Worauf du achten solltest:

Konik-Wildpferde

Klein, gedrungen, mausgrau mit dunklem Aalstrich über dem Rücken: Koniks sind die urtümlichste Pferderasse Europas und kommen mit Wind, Regen und Frost bestens klar. Im Frühjahr stehen Fohlen bei den Stuten. Beobachte sie aus Abstand – sie sind wild und sollen es bleiben.

Schottische Hochlandrinder

Zotteliges Fell, lange Hörner, gemütliche Ruhe: Die Highland Cattle wirken wuchtig, sind aber meist tiefenentspannt. Zusammen mit den Pferden halten sie die Weideflächen offen. Ein Foto ist erlaubt – ein Streicheln nicht. Es bleibt ein freilebendes Rind.

Seltene Schmetterlinge

Auf den sonnigen Lichtungen fliegen Arten, die anderswo längst verschwunden sind – darunter der Schwarze Feuerfalter, der erst seit 1991 wieder in Dänemark vorkommt. Genau dieses halboffene Mosaik aus Wald und Wiese macht das möglich. Beste Zeit: warme, windstille Tage zwischen Juni und August.

Karmingimpel & Vögel

Der Karmingimpel – ein kleiner, rötlich gefärbter Singvogel – brütet hier, was in Dänemark selten geworden ist. Sein pfeifender Gesang ist Ende Mai und im Juni am besten zu hören. Dazu Rehe in der Dämmerung und allerlei Kleinvögel im Gebüsch.

Kleiner Tipp: Komm früh. In den ersten zwei Stunden nach Sonnenaufgang sind die Pferde aktiv und ziehen über die offenen Flächen – mittags stehen sie oft im Schatten und sind schwerer zu entdecken. Ein Fernglas lohnt sich, auch wenn der Wald überschaubar ist.

Besuch planen

Praktisches für deinen Ausflug

Der Eintritt kostet nichts, der Wald ist ganzjährig offen – ein paar Dinge solltest du trotzdem wissen, bevor du losziehst.

Anfahrt & Parken

Der Bøtøskoven liegt im Süden Falsters, gleich hinter dem Bøtø Strand. Von Marielyst sind es rund 15 Autominuten nach Süden, von der Fähre in Gedser etwa 20 Minuten nach Norden. Parken kannst du an den Strandzugängen bei Bøtø.

Beste Zeit

Mai und Juni: Fohlen bei den Pferden, singende Karmingimpel. Juli und August: Schmetterlinge auf den Lichtungen. Im Herbst leuchtet das offene Gelände, im Winter stehen die zotteligen Tiere im Raureif – ehrlich gesagt unser liebster Anblick.

Regeln im Wald

Halte mindestens ein paar Meter Abstand zu Pferden und Rindern, füttere sie nicht und geh nicht zwischen Mutter und Fohlen. Hunde gehören an die Leine – weidende Tiere reagieren sonst nervös. Müll nimmst du wieder mit.

Gut zu wissen

Es gibt keine Gastronomie und keine Toiletten im Wald – pack dir ein Picknick ein. Feste Schuhe sind sinnvoll, die Wege sind naturbelassen. Nach Regen wird es auf den Weideflächen schnell matschig.

Der Bøtøskoven liegt zwischen Bøtø Strand und dem Vogelreservat Bøtø Nor im Süden Falsters.

In 2 Stunden da

Wildnis statt Wochenende

Von Rostock nach Gedser dauert die Überfahrt rund zwei Stunden – und von der Fähre bis zu den Wildpferden im Bøtøskoven keine halbe Stunde mehr. Buch deine Überfahrt und plan den Naturtag gleich mit.

Bildnachweise: Hero-/OG-Bild & CTA-Card: Foto „Konik horses in the Gendtse Waard" von Industrees, CC0 1.0 (Gemeinfrei), via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Story-Foto: „Wild Konik horses" von Roy van Wijk, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.