Zehn Häfen rund um Falster, in der Praxis selten weiter als 15 Seemeilen auseinander. Was wir hier zusammengetragen haben: Tiefen, Liegeplätze, Gastgebühren und der Hinweis, der in der Hafenführer-App fehlt.
Du segelst hier im Smålandsfarvandet — dem geschützten Gewässer zwischen Falster, Lolland, Møn und Süd-Seeland. Der Tidenhub bewegt sich zwischen 10 und 30 Zentimetern, Wind-Gezeiten spielen eine größere Rolle als Mondphasen. Das macht das Revier gerade für Familien und Einsteiger angenehm: Liegen statt Rechnen.
Die Distanzen sind kurz. Von Gedser Marina an der Südspitze bis Stubbekøbing an der Nordküste sind es Luftlinie etwa 30 Seemeilen, unter Segel rund 40 — eine schöne Tagesetappe. Wer Inselhopping will, fährt nach Bogø, Fejø oder hoch zur Apfelinsel Femø.
Was viele Hafenführer verschweigen: Mehrere Häfen sind Durchfahrts- oder Brückenhäfen mit festen Klappzeiten. Wer ohne Plan ankommt, wartet zwei Stunden. Wir haben die wichtigsten Sperrzeiten unten bei den jeweiligen Marinas notiert.
Direkt neben dem Scandlines-Fährhafen — und damit der südlichste Yachthafen Dänemarks. Erster Anlaufpunkt aus Rostock oder von Warnemünde.
Mitten in der Stadt, am Guldborgsund. Supermarkt und Restaurants fußläufig — Liegen mit Hafenpanorama statt Industrieblick.
Historische Kaufstadt am Grønsund. Holzstege, dänische Sommer-Ruhe — Klassiker-Treffen im Juli. Im Sommer fährt von hier die Personenfähre „Ida" nach Bogø.
Klein, ruhig, ehrlich. Strohgedeckte „Hesnæs-Häuser" stehen direkt am Hafen, das Restaurant Pomle Nakke liegt 10 Gehminuten entfernt. Kein Schickimicki — eher Vintage-Maritim.
Durchfahrtshafen mit Drehbrücke. Westseite des Guldborgsund. Wer von Lolland nach Falster will (oder umgekehrt), passiert hier — Brückenzeiten beachten.
Dänemarks ältester Industriehafen aus dem Jahr 1839 — heute kombinierter Gast- und Sportboothafen. Vom Steg läufst du in zehn Minuten zur Museumsbahn Maribo–Bandholm. Knuthenborg Safaripark erreichst du per Bus oder Leihrad.
Größter Hafen auf Lolland mit echter Werft. Wer Reparaturen, Kranzeiten oder Wintereinlagerung sucht, ist hier richtig. Lange Einfahrt durch den Nakskov Fjord — Stangenbojen aufmerksam abfahren.
Mittelalterliche Kaufstadt am Smålandsfarvandet. Burgruine Aalholm im Rücken, vor dem Hafen liegt der Offshore-Windpark Nysted — gut sichtbar zur Navigation, abends ein Lichterbild.
Ein Mini-Hafen, kein Service-Tempel. 13 km² Insel, ca. 1.200 Einwohner — und das Bogø Fyr, ein Leuchtturm, der heute als Shelter genutzt werden darf. Vom Hafen führt ein Damm nach Møn (Wandern oder Leihrad).
Die Apfelinsel im Smålandsfarvandet. Im Mai blüht's, im September gibt's Cider direkt vom Erzeuger. Liegen am Hafen Dybvig — kleine Hofläden in Laufdistanz.
Liegegebühren werden jährlich vom Hafenrat festgelegt — die hier genannten Werte sind Erfahrungsrichtwerte für eine 10-m-Yacht in der Hauptsaison (Mitte Juni bis Mitte August). In der Vor- und Nachsaison sinken viele Gebühren spürbar.
Aktuelle Belegung und Online-Buchung erfasst die App Harba — gerade Nykøbing und Gedser können in den Schulferien voll sein. Der dänische Marinaverband FLID pflegt die offizielle Hafenliste mit Qualitätsstandards (Sterne-System).
Wenn du im Spätsommer kommst, lohnt sich ein Blick auf die Brückenzeiten am Guldborgsund — sie verkürzen sich nach Mitte September. Wer dann ohne Plan an die Brücke fährt, wartet bis zum nächsten Tag.
Karte: OpenStreetMap — Lolland-Falster mit zentraler Marke Nykøbing F.
Auf Falster selbst liegen fünf größere Häfen: Gedser, Nykøbing F., Stubbekøbing, Hesnæs und Guldborg. Zählst du die Nachbarinsel Lolland und die kleineren Inseln Bogø und Fejø dazu, sind es im erweiterten Revier 20+ Marinas — siehe FLID-Hafenliste.
Für eine 10-m-Yacht rechnest du in der Hauptsaison mit ab ca. 130 DKK (Hesnæs) bis ab ca. 230 DKK (Nykøbing F.). Strom ist meist im Preis enthalten. Vor- und Nachsaison oft günstiger.
Die meisten Falster-Häfen liegen bei 2,0 – 2,5 m Wassertiefe am Steg. Tiefgehende Yachten (Tiefgang > 2 m) sollten Nykøbing F., Bandholm oder Nakskov ansteuern — dort sind 2,5 bis 4,0 m verfügbar. Hesnæs und Fejø sind für tiefgehende Boote knapp.
Zwei Wege: unter eigenem Kiel ab Rostock — etwa 25 Seemeilen offene Ostsee bis Gedser, 4–5 Stunden unter Halbwind. Oder mit Trailer über die Fähre Rostock–Gedser (ca. 2 Stunden, PKW + Trailer-Tarif). Direkt in Gedser Marina gibt es eine Slipanlage.
Hafenmeister rufst du in Dänemark fast überall auf VHF Kanal 16, danach Wechsel auf den lokalen Arbeitskanal (in Gedser z. B. Kanal 12). Klappbrücken im Guldborgsund hören Kanal 12. Wer eine Webcam-App nutzt: viele Häfen senden Live-Bilder über Marinetraffic oder den eigenen Hafen-Account.
Für Sprechfunk mit VHF-Geräten (auch tragbar): UBI/LRC oder SRC nach internationalem Standard ist Pflicht, sobald das Gerät an Bord installiert ist. Für reine Hafenanmeldung per Mobiltelefon brauchst du formal nichts — aber Funk ist im Smålandsfarvandet praktisch.
Du willst dein eigenes Boot mitnehmen, aber nicht unter Segel anreisen? Die Fähre Rostock–Gedser bringt dich mit Trailer in rund zwei Stunden zur Marina. Slipanlage direkt am Hafen.
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Bildnachweise: Hero-Hintergrund + OG/Twitter-Bild: Foto „Stubbekøbing Havn, Falster, Denmark" von Helle Krog, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Inline-Foto Hesnæs Havn: Foto „Hesnæs Havn" von Per Palmkvist Knudsen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · CTA-Hintergrund Gedser Hafen: Foto „Gedser Port" von Scandlines, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.