Nordwestfalster · Eintritt frei

Kippinge Kirke

Ein spitzer Laternenturm über flachen Feldern, roter Backstein und ein großer Name in der dänischen Geschichte: Kippinge war die bedeutendste Wallfahrtskirche des Mittelalters.

Die berühmteste Pilgerkirche des dänischen Mittelalters

Weit draußen im Nordwesten von Falster, zwischen Rapsfeldern und ein paar Höfen, steht eine Kirche, die einmal ganz Skandinavien kannte. Kippinge Kirke war im Mittelalter die wichtigste Wallfahrtskirche Dänemarks. Pilger kamen von weit her, um hier zu beten – der Überlieferung nach in der Hoffnung auf Heilung und Trost.

Von diesem Ruhm merkst du beim ersten Blick wenig. Kippinge wirkt heute still und ländlich. Genau das ist der Reiz: Du stehst vor einer Landkirche aus rotem Backstein, hörst den Wind über die Felder ziehen, und dahinter steckt eine Geschichte, die einmal Menschen aus halb Nordeuropa auf die Insel zog.

Kippinge Kirke aus rotem Backstein mit spitzem Laternenturm, umgeben von grünen Feldern in Nordwestfalster
Kippinge Kirke über den Feldern Nordwestfalsters – Foto: Hubertus45, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Der Laternenturm von 1701

Das auffälligste Merkmal ist der schlanke, spitze Turm. Seine markante Laternenhaube stammt aus dem Jahr 1701 und ragt so hoch über die flache Landschaft, dass du die Kirche schon aus einigen Kilometern Entfernung siehst. Bei klarem Wetter ist sie eine echte Landmarke – lange bevor du den Ort selbst erreichst.

Im Inneren lohnt der Blick nach oben und an die Wände. Kippinge bewahrt mittelalterliche Kalkmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert – gemalte Bilder, mit denen man den Gläubigen früher biblische Geschichten erzählte, als kaum jemand lesen konnte. Sie sind der stille, echte Schatz dieser Kirche.

Nahansicht des spitzen Laternenturms von Kippinge Kirke mit Eingangsvorbau und Friedhofsmauer
Der spitze Laternenturm mit Haube von 1701 – Foto: Hideko Bondesen, CC BY-SA 2.5 via Wikimedia Commons
Gut zu wissen: So bedeutend war Kippinge, dass die Kirche im Middelaldercentret bei Nykøbing als Teil der mittelalterlichen Stadt nachgebaut wurde. Wer beides an einem Tag sieht – das Original in der Landschaft und die Rekonstruktion im Museum – bekommt ein gutes Gefühl dafür, welchen Rang dieser Ort früher hatte.

Lohnt sich der Umweg?

Ehrlich gesagt: Kippinge ist kein spektakuläres Ausflugsziel im klassischen Sinn. Es gibt keinen Ticketschalter, kein Café, keinen großen Parkplatz. Wer eine Attraktion mit Programm sucht, ist hier falsch. Wer aber gern einen ruhigen Ort mit echter Geschichte hat, findet in dieser Landkirche genau das – und meistens hat man sie ganz für sich.

Am schönsten verbindest du den Besuch mit einer Radtour. Das flache Nordwestfalster ist ideal zum Radeln, und Kippinge liegt auf ruhigen Nebenstraßen zwischen den Dörfern. Wie das geht, steht auf unserer Seite zum Radfahren auf Falster. Wer lieber mit dem Auto unterwegs ist, kombiniert Kippinge gut mit einem Stadtbummel in Nykøbing Falster und der gotischen Klosterkirche.

So findest du hin

Praktische Infos

Lage
Kippinge, Nordwestfalster
bei Nørre Alslev
Öffnungszeiten
Als dänische Landkirche in der Regel tagsüber offen – bei geschlossener Tür beim Kirchenbüro nachfragen
Eintritt
Frei
Anfahrt
Von Nykøbing ca. 15 Autominuten
Von der Fähre Gedser ca. 40 Minuten
Mit dem Rad
Flaches Terrain, ruhige Nebenstraßen – ideal für einen Halbtagesausflug

Komm rüber nach Falster

Die stillen Landkirchen und die alte Geschichte der Insel liegen nur eine kurze Fährfahrt entfernt. Die Fähre Rostock–Gedser bringt dich in rund zwei Stunden nach Falster.

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Bildnachweise: Hero & Kirche im Feld: Foto „Kippinge Kirke" von Hubertus45, CC BY-SA 3.0 (skaliert, in WebP konvertiert). · Laternenturm: Foto „Nordenskirker Kippinge01" von Hideko Bondesen, CC BY-SA 2.5 (skaliert, in WebP konvertiert). · Alle Fotos via Wikimedia Commons. Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.