Im Sommer hörst du sie schon, bevor du sie siehst: ein dumpfes Tuckern,
dann legt die kleine Autofähre „Ida" am Hafen an, ein paar Motoren rollen
an Land, die Schranke geht hoch. Das ist Stubbekøbing-Rhythmus –
unaufgeregt, schiffsabhängig.
Stubbekøbing sitzt im nördlichsten Zipfel Falsters am Grønsund, der Meerenge
zwischen Falster, Bogø und Møn. Eine der ältesten dänischen Kaufstädte, mit
Marktrecht seit 1354. Heute leben hier rund 2.200 Menschen – genug für
eine Bäckerei, zwei Cafés und eine Hauptstraße mit Auslagen, zu wenig für
Massenparkplätze und Souvenirläden.
Wer nur kurz vorbeischaut, sieht eine hübsche Hafenkulisse. Wer einen halben
Tag bleibt, findet das eigentliche Stubbekøbing: die schmale Møllegade mit
ihren weißen und ockerfarbenen Häusern, die wuchtige gotische Backsteinkirche,
und ein Motorradmuseum, das selbst Leute mit Null-Bock-auf-Maschinen ehrlich
beeindruckt – über 200 Maschinen und 1.000 Mopeds aus 130 Jahren, in einer
ehemaligen Schule.