Marielyst ist bekannt für seinen 20 Kilometer langen Sandstrand und die vielen Ferienhäuser. Doch abseits der Touristenpfade gibt es Orte, die selbst langjährige Besucher noch nicht entdeckt haben. Wir verraten dir zehn Geheimtipps für deinen nächsten Urlaub auf Dänemarks Sonneninsel.

Diese Tipps haben wir über Jahre gesammelt – durch Gespräche mit Einheimischen, Zufallsentdeckungen bei Radtouren und den einen oder anderen verfahrenen Umweg. Manche dieser Orte sind so versteckt, dass wir uns fast schlecht fühlen, sie hier zu verraten. Fast.

1 Der versteckte Strandabschnitt bei Bøtø

Während sich die meisten Badegäste am Hauptstrand von Marielyst tummeln, ist der Strandabschnitt südlich von Bøtø fast immer menschenleer. Die Dünenlandschaft ist hier besonders wild und unberührt. Der Zugang erfolgt über einen kleinen Waldweg, den nur Einheimische kennen.

So findest du ihn: Fahre die Bøtøvej bis zum Ende, parke am letzten Parkplatz und laufe dann noch etwa 800 Meter nach Süden durch den Dünenkiefernwald. Du erkennst den Weg an einem verwitterten Holzpfosten.

2 Rogeri Lykken – Die geheime Fischräucherei

In einem kleinen Hafen, versteckt hinter einer Reihe von Bootshäusern, liegt diese traditionelle Räucherei. Hier wird Fisch noch so geräuchert wie vor hundert Jahren – über Buchenholz und mit viel Geduld. Der frisch geräucherte Aal ist legendär. Mehr über die Räucher-Tradition der Gegend liest du in unserer Reportage über Rogeri Lykken – und die traditionsreiche Gedser Räucherei (seit 1972) liegt nur eine kurze Fahrt weiter südlich.

3 Das beste Softeis der Insel

Vergiss die großen Eisdielen am Strandvej. Das wahre Softeis-Paradies findest du in einer unscheinbaren Bude am Rande von Væggerløse. Die Betreiberin mixt seit über 30 Jahren nach eigenem Rezept – das Geheimnis verrät sie niemandem.

4 Sonnenuntergang am Gedser Odde

Gedser Odde ist der südlichste Punkt Dänemarks – und ganz Skandinaviens. Bei Sonnenuntergang ist die windige Landzunge ein magischer Ort. Wenn die Sonne im Meer versinkt und das Leuchtfeuer zu blinken beginnt, verstehst du, warum sich das Ende der Welt hier ganz nah anfühlt.

Gut zu wissen: Im Frühjahr ist Gedser Odde einer der wichtigsten Vogelbeobachtungspunkte Nordeuropas – an einem einzigen Tag ziehen hier zehntausende Enten und Meeresvögel vorbei.

Windige Steilküste am Gedser Odde mit Brandung, Findlingen und alten Buhnenpfählen unter bewölktem Himmel
Gedser Odde – der südlichste Zipfel Skandinaviens. Foto: Thomas Dahlstrøm Nielsen, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

5 Der Waldweg zu den Wildpferden

In der Bøtøskoven beim Naturschutzgebiet Bøtø Nor leben Konik-Wildpferde und Schottische Hochlandrinder ganzjährig in freier Wildbahn – sie halten die Dünenlandschaft offen. Die meisten Besucher kennen nur den offiziellen Aussichtspunkt. Doch es gibt einen kleinen Waldpfad, von dem aus du die Tiere näher beobachten kannst – natürlich mit gebührendem Abstand, denn die Herde ist scheu.

Konik-Wildpferde – eine Stute mit Fohlen – auf einer Weide, wie sie in der Bøtøskoven leben
Robuste Konik-Wildpferde halten die Bøtøskoven offen. Foto: Roy van Wijk, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.

6 Das versteckte Café im Wald

Mitten im Wald zwischen Marielyst und Nykøbing liegt ein kleines Café, das nur im Sommer geöffnet hat. Hier gibt es hausgemachten Kuchen, selbstgerösteten Kaffee und eine Ruhe, die man anderswo vergeblich sucht.

7 Die geheime Badestelle im Guldborgsund

Während alle zum Ostseestrand strömen, kennen Einheimische eine ruhige Badestelle am Guldborgsund. Das Wasser ist hier wärmer und ruhiger – perfekt für Familien mit kleinen Kindern.

8 Der Hofladenschatz

An einer unscheinbaren Landstraße betreibt eine Familie ihren Hofladen nach dem Prinzip der Ehrlichkeit: Du nimmst, was du brauchst, und legst das Geld in die Kasse. Die Erdbeeren im Sommer sind unvergleichlich süß.

9 Das Bernsteinsammler-Geheimnis

Nach Stürmen aus Nordwest ist der Strand bei Marielyst ein Paradies für Bernsteinsucher – mit etwas Glück findest du sogar versteinerte Seeigel. Die beste Zeit ist die kalte Jahreshälfte, wenn die Herbst- und Winterstürme frisches Material anspülen (ein weiterer Grund, Falster auch im Winter zu besuchen). Der beste Moment am Tag? Die erste Stunde nach Sonnenaufgang, wenn das Licht flach auf den Sand fällt und der Bernstein golden leuchtet.

Profi-Tipp: Der beste Fundort ist die Spülsaumlinie – dort, wo Tang und Muscheln liegen, nicht direkt an der Wasserkante. Bernstein ist leichter als Steine und wird weiter nach oben gespült. Ein Stock zum Wühlen hilft enorm. Unser Rekord: ein 23-Gramm-Stück nach einem November-Sturm.

10 Der weite Blick bei Væggerløse

Rund um das Dorf Væggerløse wird Falster spürbar flacher und offener. Von den sanften Anhöhen hinter dem Ort reicht der Blick weit über die Felder bis zur Ostsee – besonders im goldenen Abendlicht. Kein spektakulärer Aussichtsturm, nur Weite und Ruhe. Genau das ist der Punkt.

Unser Fazit

Marielyst ist mehr als sein berühmter Strand. Wer sich abseits der ausgetretenen Pfade bewegt, entdeckt eine Welt voller kleiner Wunder. Nimm dir Zeit, sei neugierig – und vielleicht findest du deinen ganz eigenen Geheimtipp, den du niemandem verrätst.

"Die schönsten Orte sind die, die man zufällig entdeckt – nicht die, die in Reiseführern stehen."

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Die Falster-Redaktion

Unser Team erkundet Falster seit Jahren und teilt hier die besten Tipps für euren Urlaub auf Dänemarks Sonneninsel.