Nordeuropas größte Motorradsammlung

Danmarks Motorcykelmuseum

Über 200 Motorräder in einer alten Kaufmannsstadt am Grønsund – und im selben Haus ein Radiomuseum mit dem ältesten Lautsprecher der Welt. Zwei Sammlungen, ein Ticket.

Zwei Museen unter einem Dach

Die meisten kommen für die Motorräder – und bleiben wegen der Radios. Das Danmarks Motorcykelmuseum in Stubbekøbing im Norden Falsters ist nämlich zwei Sammlungen in einem Haus: Nordeuropas größte Oldtimer-Motorradsammlung und ein eigenes Radiomuseum. Auf demselben Rundgang stehst du erst vor einer Reihe blank polierter Maschinen und wenige Schritte weiter vor Röhrenradios, alten Fernsehern und Grammophonen aus über einem Jahrhundert. Ein Ticket, zwei Welten.

Gegründet wurde das Haus 1977. Über die Jahre ist die Sammlung auf mehr als 200 Motorräder gewachsen – vom knatternden Pionier vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zu japanischen Maschinen der 1980er. Zwischendrin: Marken wie BMW, Indian, Harley-Davidson und Norton. Elf der Maschinen sind in Dänemark gebaut worden, und damit kommen wir zum eigentlichen Star.

Blaues dänisches Nimbus-Oldtimermotorrad Baujahr 1950 mit dem NIMBUS-Emblem auf dem Tank, auf einem Oldtimertreffen aufgereiht neben weiteren Maschinen
Eine dänische Nimbus, Baujahr 1950 – ursprünglich ein Militärmotorrad. Foto: Lothar Spurzem, CC BY-SA 2.0 DE via Wikimedia Commons

Die Nimbus – Dänemarks eigenes Motorrad

Die Nimbus ist für Dänemark, was die Vespa für Italien ist: ein Stück Nationalgeschichte auf zwei Rädern. Gebaut wurde sie ab 1919 in Kopenhagen von der Firma, die auch die Staubsauger-Marke Nilfisk hervorbrachte. Die Dänen nannten das erste Modell liebevoll „Kakkelovnsrøret" – das Ofenrohr, wegen des langen Rahmenrohrs über dem Motor. Wer eine originale Nimbus aus der Nähe sehen will, findet hier gleich mehrere. Für Motorrad-Nerds ist das ein kleiner Wallfahrtsort.

200+ Motorräder
11 dänische Fabrikate
1977 gegründet

Was dich erwartet

200+ Maschinen

Von der Pioniermaschine um 1900 bis zum japanischen Klassiker der 80er – dicht an dicht zum Anschauen

Radiomuseum

Radios, Fernseher und Grammophone ab 1900 – darunter der Magnavox, der älteste Lautsprecher der Welt

Dänische Nimbus

Gleich mehrere Exemplare von Dänemarks legendärer Eigenmarke, dem „Ofenrohr"

Familientauglich

Bei Regen ein sicherer Hafen – Technik zum Staunen, drinnen und trocken, für Groß und Klein

Gut zu wissen: Das Radiomuseum wird gern übersehen – dabei steht hier ein Nachbau des Magnavox, des ersten Lautsprechers der Welt. Wer sich für alte Technik begeistert, plant für beide Sammlungen locker zwei Stunden ein. An verregneten Ferientagen ist das Haus entsprechend voll; morgens direkt zur Öffnung um 10 Uhr hast du am meisten Ruhe.

Lohnt sich der Besuch?

Ehrlich gesagt: Wenn dich Motoren und alte Technik völlig kaltlassen, wird dich das Haus nicht bekehren – es bleibt ein Spezialmuseum. Aber für Schrauber, für Menschen mit einem Faible für Design und Mechanik und für Familien mit einem Regentag im Kalender ist der Stopp jeden Kilometer wert. Der besondere Reiz liegt in der Kombination: Wo sonst stehen Nordeuropas größte Motorradsammlung und ein Museum der frühen Rundfunkgeschichte in denselben Räumen? Dazu die Lage in Stubbekøbing – einer der ältesten Kaufmannsstädte Dänemarks, mit Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert und der historischen Fähre „Ida" nach Bogø direkt am Hafen. Ein halber Tag im Norden Falsters, gut gefüllt.

So findest du hin

Praktische Infos

Adresse
Dosseringen 3
4850 Stubbekøbing
Saison
Etwa Mitte April–19. Okt.: Sa/So 10–16 Uhr
Sommer (25. Juni–17. Aug.): täglich 10–16 Uhr
plus Oster-, Pfingst- & Herbstferien – aktuelle Zeiten auf danmarksmotorcykelmuseum.dk
Eintritt
Erwachsene ab ca. 80 DKK
Kinder (4–17) ab ca. 40 DKK
bis 3 Jahre frei
Kontakt
Tel. +45 51 70 02 22
danmarksmotorcykelmuseum.dk
Anfahrt
Von Marielyst ca. 30 Autominuten
Vom Fährhafen Gedser ca. 40 Min.

Mit der Fähre nach Falster

Von Rostock bringt dich die Fähre in rund zwei Stunden nach Gedser – und von dort sind es keine 40 Minuten nach Stubbekøbing zu den Motorrädern.

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Bildnachweise: Hero & Inline-Foto: „Nimbus, Bj. 1950" von Lothar Spurzem, CC BY-SA 2.0 DE, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.