Lolland, Møn, Bogø und Farø liegen direkt vor Falsters Haustür — aber längst nicht alle so nah, wie Reiseführer behaupten. Hier stehen die gemessenen Fahrzeiten, die ehrliche Einordnung und die Brückenänderungen von 2026.
„Nachbarinseln" klingt nach vier gleichartigen Ausflugszielen. In Wahrheit reicht die Spanne von Lolland, Dänemarks viertgrößter Insel mit Safaripark und Badeland, bis zu Farø mit 0,93 km² und sechs Einwohnern — einer Insel, die praktisch nur aus Ackerland, einem Rastplatz und zwei Autobahnbrücken besteht.
Dazwischen liegen Møn mit den 128 Meter hohen Kreidefelsen und Bogø, 13,07 km² klein, rund 1.170 Einwohner, im Sommer per Holzfähre erreichbar. Drei der vier Inseln erreichst du trockenen Fußes über Brücken und Dämme. Nur bei Bogø lohnt sich der Umweg über das Wasser.
Ehrlich gesagt: Die verbreitete Angabe „Møn in 45 Minuten" stimmt allenfalls für Stege ab Nykøbing Falster. Zu den Kreidefelsen — also dem, weswegen die meisten überhaupt fahren — sind es ab Marielyst rund 86 Kilometer und gut anderthalb Stunden. Einfache Strecke. Wer das vorher weiß, plant den Tag anders.
Autofahrzeiten ohne Stau, jeweils zum genannten Ziel — nicht zur Inselgrenze. In der Hochsaison kommen an der Guldborgsund-Brücke und vor Møns Klint schnell 15 bis 20 Minuten dazu.
| Ziel | Insel | ab Marielyst | ab Nykøbing F. |
|---|---|---|---|
| Inselgrenze Lolland (Brücke/Tunnel) | Lolland | ca. 20 km · ca. 20 Min. | wenige Minuten |
| Knuthenborg Safaripark (Bandholm) | Lolland | ca. 50 km · ca. 45 Min. | ca. 35 km · ca. 30 Min. |
| Lalandia / Rødbyhavn | Lolland | ca. 55 km · ca. 45 Min. | ca. 40 km · ca. 35 Min. |
| Bogø By (über Land, E47 und Farø) | Bogø | ca. 48 km | ca. 21 km ab Stubbekøbing |
| Rastplatz Farø, Abfahrt 42 | Farø | ca. 43 km · ca. 45 Min. | ca. 26 km · ca. 24 Min. |
| Stege (Hauptort) | Møn | ca. 1:05 Std. | ca. 50 Min. |
| Møns Klint / GeoCenter | Møn | ca. 86 km · ca. 1:35 Std. | ca. 1:20 Std. |
Kleiner Tipp: Für Møns Klint brauchst du einen ganzen Tag. Drei Stunden Fahrt hin und zurück, dazu 497 Stufen hinunter zum Strand und wieder hinauf. Lolland dagegen funktioniert als halber Tag — Knuthenborg am Vormittag, nachmittags zurück an den Strand von Marielyst.
Dänemarks viertgrößte Insel und die flachste dazu. Über die Kong Frederik IX's Bro und den Guldborgsundtunnelen bist du in zwanzig Minuten drüben. Im Knuthenborg Safaripark laufen Giraffen hinter einer 7,2 Kilometer langen Feldsteinmauer, in Lalandia hat das Badeland konstant 30 Grad.
Das eigentlich Erstaunliche steht am Südrand: der Lollandsdiget, 63 Kilometer Deich entlang der Küste. Ohne ihn gäbe es die Insel in dieser Form nicht — nach der Sturmflut von 1872 wurde er gebaut.
Die Kreidefelsen sind das bekannteste Naturmotiv Dänemarks: 70 Millionen Jahre alte Kreide, bis 128 Meter über der Ostsee. Wer hinunter an den Strand will, nimmt die 497 Stufen — und merkt spätestens beim Aufstieg, dass das kein Spaziergang ist.
Møn war der erste Dark-Sky-Park Nordeuropas. Bei klarem Himmel im Herbst siehst du hier die Milchstraße, wie du sie zu Hause kaum noch zu sehen bekommst. Der Wanderweg Camønoen umrundet die Insel auf 175 Kilometern. Und auf Nyord, gleich nebenan, leben 33 Menschen.
Rund 1.170 Einwohner, gut 900 davon im Hauptort Bogø By. Dämme verbinden die Insel mit Farø und mit Møn — der nach Bogø stammt von 1979, der nach Møn schon von 1943.
Der schönere Weg führt übers Wasser: Die hölzerne M/F Ida pendelt vom 1. Mai bis 30. September zwischen Stubbekøbing und Bogø, elf Abfahrten pro Richtung und Tag, 12 Minuten Überfahrt, ab ca. 45 DKK. Platz ist für 98 Passagiere und 12 Autos, bezahlt wird bar, reservieren kannst du nicht. Oben auf der Insel steht Bogø Fyr, ein Leuchtturm, in dem du übernachten kannst.
Die Insel, über die du auf dem Weg nach Kopenhagen fährst, ohne es zu merken. Zwei Brücken tragen die E47/E55 über den Storstrømmen: nach Norden eine flache Balkenbrücke von 1.596 Metern, nach Süden die Schrägseilbrücke mit 1.726 Metern Länge, einem Hauptfeld von 290 Metern und Pylonen von rund 94 Metern. Gebaut 1980 bis 1985, entworfen von Erik Villefrance, eröffnet am 4. Juni 1985. Maut gibt es keine.
Anhalten kannst du am Rastplatz an Abfahrt 42 — mit Toiletten und Ladesäulen. Das weiße Gebäude von Henning Larsen dort war bis 1996 das Danmarks Vejmuseum. Heute sitzt eine Versicherung darin. In älteren Reiseführern steht das Museum trotzdem noch.
Zwischen Falster und Seeland ist in diesem Jahr eine Ära zu Ende gegangen. Wer mit einem älteren Reiseführer oder einer veralteten Navi-Karte unterwegs ist, plant unter Umständen über eine Brücke, die es für ihn so nicht mehr gibt.
Rund 3.832 Meter zwischen Orehoved auf Falster, Masnedø und Vordingborg. Seit dem 23. März 2026 offen für Autos, Räder und Fußgänger — inklusive kombiniertem Geh- und Radweg. Die Bahn folgt 2027. Entwurf: COWI, Gesamtprojekt rund 4,7 Milliarden DKK, Spatenstich war im September 2018.
3.199 Meter, 50 Felder, am 26. September 1937 von Christian X. eingeweiht. Nach 88 Jahren ist sie seit dem 3. Juni 2026 für Autos, Räder und Fußgänger dicht; am 6. Juni gab es ein Volksfest zum Abschied. Die Bahngleise trägt sie vorerst weiter, danach folgt der Abriss.
Gut zu wissen für Radfahrer: Über die Farø-Brücken kommst du mit dem Rad nicht nach Seeland — vier Autobahnspuren, kein Radweg. Seit dem 23. März 2026 führt der Weg über die neue Storstrømsbro bei Orehoved. Im Sommer bleibt die Fähre „Ida" ab Stubbekøbing die entspannte Alternative Richtung Bogø und Møn. Mehr dazu auf unserer Seite zu den Brücken nach Falster.
Und noch ein hartnäckiger Irrtum: Farø liegt nicht an der Storstrømsbroen. Die steht rund 15 Kilometer weiter westlich, über Masnedø. Farø trägt die Farøbroerne von 1985. Das wird in Reiseführern und auf Reiseblogs regelmäßig verwechselt — auch die Bauzahlen werden dabei munter getauscht.
Falster in der Mitte, Lolland im Westen, Møn im Nordosten, dazwischen die beiden Kleinen: Bogø und Farø.
Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL.
Lolland. Bis auf die Insel sind es ab Marielyst rund 20 Minuten, nach Knuthenborg etwa 45. Damit bleibt der Nachmittag frei für den Strand. Møn dagegen kostet dich einen ganzen Tag.
Ab Marielyst rund 86 Kilometer und gut 1:35 Stunden, ab Nykøbing Falster etwa 1:20. Die häufig genannten 45 Minuten gelten für Stege ab Nykøbing, nicht für die Kreidefelsen im äußersten Osten der Insel.
Teilweise. Nach Bogø fährt von Mai bis September die Fähre „Ida" ab Stubbekøbing, 12 Minuten, ab ca. 45 DKK, Fahrräder sind an Bord willkommen. Nach Seeland gibt es seit dem 23. März 2026 einen Geh- und Radweg über die neue Storstrømsbro bei Orehoved. Über die Farø-Brücken kommst du weder zu Fuß noch mit dem Rad.
Nein, beide liegen auf Lolland. Von Marielyst sind es zum Lalandia in Rødbyhavn rund 55 Kilometer und etwa 45 Minuten über die Guldborgsund-Querung.
Für die Farø-Brücken und die Guldborgsund-Querung nach Lolland zahlst du nichts. Maut fällt in Dänemark erst an der Storebælt-Brücke und an der Øresund-Verbindung an — beide liegen weit außerhalb dieser Region.
Von Rostock nach Gedser dauert die Überfahrt rund zwei Stunden, ohne Fahrzeug ab ca. 51 €, mit dem PKW ab ca. 87 €. Von Gedser aus liegen alle vier Nachbarinseln in Tagesausflug-Reichweite.
Fähre buchenBildnachweise: Lolland: „Knuthenborg Safaripark savanne fra luften" von Sorenknudsen, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Møn: „Cliffs at Møns Klint 05" von Susanne Nilsson, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Bogø: „Ferry Ida Bogø Stubbekøbing" von Johan Wessman / News Øresund, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Farø sowie OG-/Twitter-Bild: „Farø Bridges aerial (from west)" von Nikos Roussos, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Kartendaten: © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. · Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.