Falsters große Schwester im Westen. Zwanzig Autominuten von Marielyst, und trotzdem eine andere Insel: flacher, weiter, mit einem Deich, ohne den es sie so nicht gäbe.
Lolland ist Dänemarks viertgrößte Insel und die flachste dazu. Der höchste Punkt, Birket Bavnehøj im Nordwesten, misst 30 Meter — und davon sind rund sieben Meter ein bronzezeitlicher Grabhügel. Wer hier Rad fährt, tritt selten bergauf.
Diese Flachheit hatte einmal einen hohen Preis. In der Nacht zum 13. November 1872 drückte ein Sturm aus Nordost erst das Ostseewasser nach Osten und dann, als er drehte, alles auf einmal zurück. Rund ein Drittel Lollands stand unter Wasser. 80 Menschen starben. Danach baute man den Lollandsdiget: 63 Kilometer Deich entlang der Südküste, der die Insel bis heute trocken hält.
Dieselbe Flut traf auch Falster. Sie ist der Grund, warum bei uns hinter Marielyst heute das Bøtø Nor liegt — ein trockengelegter Meeresarm mit eigener Dampfpumpenstation. Zwei Inseln, eine Nacht, zwei ganz verschiedene Antworten darauf.
Fahr einmal oben auf dem Deich entlang, etwa bei Kramnitse an der Südküste. Links das Meer, rechts Felder — und die Felder liegen tiefer als das Wasser. Das versteht man erst, wenn man oben steht.
Der Ostseeküsten-Radweg führt über Lolland-Falster rund 168 km weit, fast ohne Anstieg.
Der schwere Marschboden macht Lolland zu Dänemarks Rübenkammer. Die Zuckerfabrik in Nakskov läuft bis heute.
Krenkerup, Knuthenborg, Frederiksdal: Große Güter prägen die Landschaft bis heute, samt Brauerei und Kirschwein.
Der Nakskov Fjord im Westen ist ein Inselarchipel mit Seehunden — sehr anders als unsere Sandstrände.
Zwischen Falster und Lolland liegt der Guldborgsund, eine schmale Meerenge. Zwei Wege führen hinüber, und die meisten Urlauber nehmen einen davon, ohne es zu merken.
Der Tunnel. Wer von der Fähre in Gedser kommt und auf der E47 nach Norden fährt, rollt bei Nykøbing durch den Guldborgsundtunnelen — 460 Meter, vierspurig, seit dem 7. Juni 1988 in Betrieb. Ein abgesenkter Tunnel, in Elementen gebaut und auf den Grund gesetzt. Von oben sieht man nichts davon.
Die Brücke. Der schönere Weg führt mitten durch Nykøbing über Kong Frederik IX's Bro: 295 Meter, eröffnet am 15. Dezember 1962, eine Klappbrücke. Sie trägt vier Fahrspuren und ein Gleis — die Bahnstrecke nach Nakskov. Kommt ein Segler mit hohem Mast, klappt sie auf und der Verkehr wartet. Das kostet fünf Minuten und lohnt sich für den Blick.
Die Lollandsbanen fährt ab Nykøbing F. über Sakskøbing (16 km) und Maribo (25 km) bis Nakskov (50 km), betrieben von Lokaltog. Für Knuthenborg reicht das leider nicht — der Park liegt bei Bandholm, abseits der Strecke.
| Ziel auf Lolland | Strecke | Fahrzeit |
|---|---|---|
| Inselgrenze (Brücke/Tunnel) | ca. 20 km | ca. 20 Min. |
| Sakskøbing | ca. 30 km | ca. 30 Min. |
| Maribo | ca. 40 km | ca. 35 Min. |
| Knuthenborg (Bandholm) | ca. 50 km | ca. 45 Min. |
| Lalandia / Rødbyhavn | ca. 55 km | ca. 45 Min. |
| Nakskov | ca. 65 km | ca. 55 Min. |
Werte gerundet, ohne Stau und ohne geöffnete Klappbrücke. Rechne im Juli und August eher großzügig.
Kartendaten: OpenStreetMap-Mitwirkende
Der Park bei Bandholm ist älter als der Safaribetrieb. Angelegt wurde er ab 1866 im englischen Landschaftsstil, geplant vom britischen Gartenarchitekten H. E. Milner. Aus dieser Zeit stammt die Mauer, die den Park umschließt: 7,2 Kilometer Feldstein, rund zweieinhalb Meter hoch, mit vier Torhäusern. Erst 1969 kamen die Tiere dazu.
Heute leben hier über 500 Tiere in mehr als 40 Arten auf rund 660 Hektar. Du fährst mit dem eigenen Wagen durch die Gehege — Giraffen laufen über die Straße, Zebras stehen im Gegenlicht. Zwei Bereiche sind ausgenommen: In den Affenwald und in den Wolfswald darfst du nur mit geschlossenem Fahrzeug oder mit dem Parkbus. Die Affen räumen sonst die Dachreling ab.
| Saison | 28. März bis 18. Oktober 2026 |
| Öffnung | 10–18 Uhr, ab 10. August 10–17 Uhr |
| Tagesticket online | ab ca. 259 DKK (Hochsommer, Buchung mind. 7 Tage vorher) |
| Flex-Ticket | ab ca. 319 DKK, in der ganzen Saison einlösbar |
| Saisonkarte | ab ca. 499 DKK |
| Kinder | unter 3 Jahren frei; ab 3 Jahren derselbe Preis wie Erwachsene |
Die Preise sind tagesabhängig und ändern sich mit der Auslastung. Am Eingang zahlst du deutlich mehr als online. Stand: Juli 2026, aktuelle Zahlen auf knuthenborg.dk.
Seit 2026 zahlen Kinder ab drei Jahren denselben Preis wie Erwachsene. Für eine vierköpfige Familie sind das schnell über 1.000 DKK, also rund 135 Euro — plus 110 km Fahrt hin und zurück. Die Saisonkarte rechnet sich bereits ab dem zweiten Besuch. Wer nur einen Regentag überbrücken will, ist mit dem Krokodille Zoo in Eskilstrup günstiger und in 20 Minuten dort.
Der Park zählt rund 300.000 Besucher im Jahr, die meisten davon zwischen Anfang Juli und Mitte August. Wer flexibel ist, kommt Ende Mai oder in der zweiten Septemberhälfte. Dann stehen die Tiere näher an der Straße, weil weniger Motoren laufen.
Der Aquadome misst 7.400 Quadratmeter und hält konstant 30 Grad. Drin: das Wellenbecken, die Rutschen Wild River (95 m), Pipeline (100 m) und Tornado, ein Kleinkindbereich und Monky Tonky Land als Indoor-Spielplatz. Außerhalb der Halle gibt es eine ganzjährige Eisbahn, eine Indoor-Skipiste, Bowling, Kino und Minigolf.
Tageskarten liegen bei ab ca. 229 DKK für Erwachsene und ab ca. 179 DKK für Kinder von 3 bis 11 Jahren. Online ist es meist 10 bis 15 Prozent günstiger als an der Kasse.
Ehrlich gesagt: An einem Sonnentag im Juli wäre uns der Strand von Marielyst lieber. Lalandia ist die Versicherung gegen eine verregnete Woche — und in dieser Rolle ziemlich gut.
Alle Details zu Lalandia
Rund 5.800 Einwohner am Søndersø. Die Domkirche gehörte zu einem Birgittinerkloster von 1416 — deshalb liegt der Eingang im Osten und der Chor im Westen, genau andersherum als üblich. In der Krypta lag einmal Leonora Christina, die Tochter Christians IV.
ca. 40 km ab Marielyst
Mit rund 12.400 Einwohnern die größte Stadt der Insel, Endstation der Lollandsbanen und Tor zum Nakskov Fjord. Am Hafen stehen die alten Kaufmannshäuser direkt an der Kaikante.
ca. 65 km ab Marielyst
Rund 4.500 Einwohner — und ein Wasserturm mit aufgemaltem Gesicht, den alle „Saksine" nennen. Im September ist hier das Sydhavsøernes Frugtfestival, Dänemarks größtes Obstfest.
ca. 30 km ab Marielyst
Fährhafen der Vogelfluglinie nach Puttgarden — und seit Jahren eine Großbaustelle: Hier entsteht der Nordzugang des Fehmarnbelt-Tunnels, Eröffnung geplant für 2029. Schön ist der Ort deswegen nicht.
ca. 55 km ab MarielystSeit 90 Jahren bringt ein kleines Boot Post zu den Inseln im Fjord. Heute fahren Gäste mit: Abfahrt 9:00 Uhr ab Nakskov Havn, Stopp auf Enehøje, rund eine Stunde Mittagspause auf der Landzunge Albuen, zurück gegen 13:30 Uhr. Saison 2026: 19. Mai bis 18. September, ab ca. 275 DKK für Erwachsene, ab ca. 130 DKK für Kinder von 3 bis 12. Dienstags und donnerstags gibt es zusätzlich eine kürzere Inselrunde am Nachmittag ab ca. 225 DKK. Vorher im Buchungskalender auf postbaaden.dk nachsehen — es fährt an manchen Tagen keiner.
Zwölf monumentale Steinskulpturen auf einem Hügel über dem Smålandsfarvandet, seit 2011 in Arbeit und bis heute nicht fertig. Dazu läuft eine Klanginstallation. Der Zugang ist frei, Parkplatz vorhanden, und meistens steht man dort allein. Der Weg lohnt sich vor allem am späten Nachmittag, wenn die Sonne von Westen auf die Gesichter fällt.
Frederiksdal keltert aus Stevnsbær-Sauerkirschen einen Kirschwein, der es auf internationale Weinkarten geschafft hat. Und auf Gut Krenkerup braut man seit Jahren preisgekröntes Bier in den alten Wirtschaftsgebäuden. Beides gibt es auch bei uns auf Falster zu kaufen — mehr dazu auf unserer Seite zu den Brauereien der Region.
Kommt darauf an, was du suchst. Für Strand, Dünen und Wasser bleibst du besser auf Falster — Lollands Südküste liegt hinter dem Deich und hat wenig davon. Rüber fährst du für die Tiere in Knuthenborg, für schlechtes Wetter nach Lalandia, für den Fjord im Westen und für die Gutshöfe.
Unser Rat: Plane einen ganzen Tag ein, keinen halben. Wer morgens in Marielyst losfährt, mittags in Knuthenborg steht und abends zurück will, verbringt gut zwei Stunden im Auto. Das ist machbar, aber es fühlt sich nach Hetze an.
Über zwei Verbindungen: den vierspurigen Guldborgsundtunnelen auf der E47 (460 m, seit 1988) oder Kong Frederik IX's Bro mitten in Nykøbing (295 m, seit 1962). Beide sind mautfrei. Ab Marielyst bist du in gut 20 Minuten an der Inselgrenze.
Online ab ca. 259 DKK im Hochsommer, wenn du mindestens sieben Tage vorher buchst. Das Flex-Ticket kostet ab ca. 319 DKK, die Saisonkarte ab ca. 499 DKK. Neu in 2026: Kinder ab drei Jahren zahlen denselben Preis wie Erwachsene, unter drei ist der Eintritt frei. Am Eingang wird es spürbar teurer.
Vom 28. März bis zum 18. Oktober 2026, täglich von 10 bis 18 Uhr. Ab dem 10. August schließt der Park schon um 17 Uhr. Rechne mindestens vier Stunden ein, mit Kindern eher fünf.
Ja. Die Lollandsbanen fährt ab Nykøbing F. über Sakskøbing und Maribo nach Nakskov, insgesamt gut 50 Kilometer. Knuthenborg liegt allerdings bei Bandholm und ist per Bahn nicht direkt erreichbar. Mit dem Rad geht es gut: Der Ostseeküsten-Radweg verbindet beide Inseln fast ohne Steigung — mehr dazu in unseren Radrouten.
Nein. Lalandia steht in Rødby auf Lolland, rund 55 Kilometer von Marielyst entfernt. Dasselbe gilt für den Fährhafen Rødbyhavn und die Vogelfluglinie nach Puttgarden. Wer eine Unterkunft in Marielyst bucht und Lalandia „um die Ecke" erwartet, wird überrascht.
Einige, etwa bei Kramnitse und Hummingen an der Südküste. Sie sind schmaler und steiniger als bei uns, weil der Deich direkt dahinter liegt. Wer wegen des Sandes nach Dänemark kommt, bleibt auf Falster: Marielyst, Bøtø und Gedesby spielen in einer anderen Liga — nachzulesen bei den Stränden auf Falster.
Die Scandlines-Hybridfähre bringt dich von Rostock nach Gedser — rund 2 Stunden, bis zu zehn bis zwölf Abfahrten am Tag. Ab Gedser bist du in gut einer halben Stunde auf Lolland. Ohne Fahrzeug geht es ab ca. 51 €, mit PKW ab ca. 87 € je nach Saison.
Fähre buchenBildnachweise: Teaser, OG-/Twitter-Bild und Inline-Foto Safaripark: „Knuthenborg Safaripark savanne fra luften" von Sorenknudsen, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · „Lalandia, Rødby" von Håkan Dahlström, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · „Maribo Domkirke fra vandet" von Toxophilus, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · „Nakskov – udsigten fra havnen" von Hubertus45, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · „Rødbyhavn – havnen" von Hubertus45, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · „Vandtårnet i Sakskøbing" von Sir48, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · „Krenkerup Manor Lolland" von Flemming Munch, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons (skaliert, in WebP konvertiert). · Vollständige Übersicht unter /bildnachweise.html.